„Wir sind das Volk!“ So hallte es vor 20 Jahren durch die Straßen Mitteldeutschlands. In der damaligen DDR war der Volksaufstand ausgebrochen.
Es war ein Aufstand der Bürger gegen ein Regime, das ihre Rechte mit Füßen trat. Gegen ein Regime, das kritische Zeitgenossen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bespitzelte und schikanierte. Gegen einen Staat, der seine eigenen Bürger einsperrte, folterte und auf Schritt und Tritt überwachte.
Gleichzeitig war dieser Staat längst nicht mehr aus eigener Kraft in der Lage, die Lebensgrundlagen für seine Bürger zu sichern. Mangelwirtschaft, horrende Staatsverschuldung und Versorgungsengpässe taten ihr Übriges, um Wut und Hass der Menschen gegen „ihren“ Staat zum Kochen zu bringen. Ein Staat, der sich einen Dreck um die Interessen seiner Bürger scherte, und den sich korrupte, raffgierige Parteibonzen unter den Nagel gerissen hatten.
Die Geschichte hat gezeigt: Die Gutmütigkeit und Geduld des Deutschen Volkes ist beinahe grenzenlos. Doch irgendwann kommt auch für den Deutschen der Punkt, an dem das Faß überläuft und die Zeit zum Handeln erkannt und wahrgenommen wird.
So auch 1989. Jahrzehntelang hatte man sich Überwachung, Unfreiheit und Zensur gefallen lassen. Jahrzehntelang hatte man zugelassen, daß mitten durch Deutschland ein „Todesstreifen“ gezogen worden war, der es DDR-Bürgern ohne ihr Leben zu riskieren nahezu unmöglich machte, die DDR in Richtung Westdeutschland zu verlassen.
Nun aber, im November 1989 war die Zeit reif und die Geduld der Bürger der DDR zu Ende. Wie ein tosender Sturm, der plötzlich losbricht, bahnten sich die Menschenmassen ihren Weg durch die Straßen des maroden SED-Regimes. Unüberhörbar ihre Forderungen: Freiheit und Einheit für das gesamte Deutsche Vaterland!
Als schließlich in den Abendstunden des 9. November die Mauer fiel, wähnten sich die tapferen mitteldeutschen Volksgenossen am Ziel ihrer Träume. Überglücklich fielen sich Menschen aus „Ost“ und „West“ um den Hals. Das Volk hatte gesiegt! Es war zweifellos einer der schönsten und erhebendsten Tage der deutschen Geschichte.
Knapp ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, wurde dann das Ende der DDR und die Eingliederung des DDR-Staatsgebietes in die Bundesrepublik Deutschland formal beschlossen. Fortan ist dieser 3. Oktober als „Tag der Deutschen Einheit“ in den deutschen Kalendern verewigt.
Doch was ist von den großen Erwartungen von damals geblieben? War es wirklich der ersehnte Weg in die Freiheit, der sich am 9. November 1989 für die DDR-Bürger auftat? Oder trog der schöne Schein des „goldenen Westens“?
Heute läßt sich sagen, daß die Bürger der DDR seinerzeit tatsächlich nicht in die grenzenlose Freiheit, sondern vielmehr vom Regen in die Traufe gelangten.
Ja mehr noch, erreicht doch die heute real existierende BRD, der Staat, der vorgibt der „freieste Rechtsstaat“ zu sein, der je auf deutschem Boden existierte, in Sachen Überwachung und Unterdrückung Andersdenkender ganz neue Dimensionen.
Wieder werden heute Menschen wegen anderer Meinungen eingesperrt. Wieder werden Kritiker bespitzelt, überwacht, diskreditiert und sozial isoliert.
Wieder werden diejenigen, die es wagen, bestimmte Dinge anders zu sehen als vorgegeben, mit Repressionen überzogen. Wieder landen Unschuldige auf der Anklagebank, nur weil sie ihre im Grundgesetz verbrieften Rechte in Anspruch genommen haben. Und wieder sitzen heute in vielen Positionen jene Herren am Schalthebel der Macht, die noch vor 20 Jahren vom allgemeinen Volkszorn in die Wüste gewünscht worden waren.
Revolutionäre technische Neuerungen machen es den Spitzelbehörden des Systems heute möglich, Personen lückenlos zu überwachen, ohne daß diese überhaupt davon Notiz nehmen können. Telefone werden abgehört, Menschen beschattet, Festplatten ausgeleuchtet und überhaupt jeder Schritt im weltweiten Datenverkehr protokolliert und dokumentiert. In diesem „freien Rechtsstaat“ wird die Menschenwürde mit Füßen getreten. Wer es wagt, der vordiktierten, gleichgeschalteten Meinung zu widersprechen, der wird zum Staatsfeind deklariert und rigoros bekämpft, schikaniert und stigmatisiert. Existenzen werden zerstört, Familien auseinandergerissen und einfache Bürger, die einfach nur offen ihre Meinung vertreten haben, zu Schwerkriminellen abgestempelt.
Dies alles geschieht unter dem Deckmantel des „Rechtsstaates“, den es angeblich gegen die „Feinde der Demokratie“ zu schützen gelte. Und genau das ist das eigentlich perfide an der heutigen Lage. Während in der DDR jedem Bürger klar war, was er bedenkenlos tun und lassen konnte und wie die strafrechtlichen Grenzen seitens des Staates gesetzt waren, ist das politische Strafrecht der BRD eine einzige Ansammlung willkürlich auslegbarer Gummiparagraphen.
Während die DDR sich niemals damit brüstete, ein „freier Rechtsstaat“ zu sein, sondern jedem Bürger klar war, daß er in einem totalitären Regime zu Hause ist, dem man sich entweder anpaßt oder mit allen Konsequenzen den Kampf ansagt, weiß der brave BRD-Bürger in aller Regel nichts von alledem, was sich vor seinen Augen tagtäglich abspielt.
Während Innenminister Schäuble und seine Gesinnungsgenossen die ganze BRD am Liebsten zu einem komplett überwachten Big-Brother-Container umgestalten würden, ärgert sich der brave Bürger allerhöchstens darüber, daß er für den neuen biometrischen Reisepaß mehr Euros auf den Tisch blättern muß, als früher.
Wer die Willkür dieses Heuchler-Staates nicht selbst am eigenen Leib erfahren hat, der kann schwer nachvollziehen, was sich hierzulande hinter der Fassade von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie tatsächlich abspielt. „1984“, der berühmte Roman von George Orwell, droht mitten in unserer „zivilisierten Welt“ zur Wirklichkeit zu werden.
Doch auch in dieser Zeit gibt es Menschen, die diese verhängnisvollen Tendenzen erkannt haben und die sich nicht scheuen, der totalitären Fratze des BRD-Systems in die Augen zu blicken. Wir reißen mit unserem Handeln diesem Regime die Maske vom Gesicht, so daß der totalitäre Charakter dieser vermeintlichen „Demokratie“ für jeden sichtbar wird.
Wir, eine junge Generation selbständig denkender Zeitgenossen, die es satt hat, Schritt für Schritt ihrer Rechte beraubt zu werden. Die Zeit der satten, braven Bürger ist vorbei. Wir sind eines anderen Geistes Kind. Wir lassen uns nicht länger belügen und kriminalisieren. Wir wollen in Freiheit leben!

Wie unsere Brüder und Schwestern in der ehemaligen DDR gehen wir darum, fast 20 Jahre später, am 3. Oktober in Friedrichshafen auf die Straße, um ein Zeichen zu setzen gegen Bespitzelung und Stigmatisierung, gegen Überwachung und Totalitarismus, für Freiheit, Frieden und Einigkeit – Für Deutschland!